Wie wird Nutzhanf angebaut?

Der Anbau von Nutzhanf

1. Grundwissen

1.1 Was ist Nutzhanf?

Nutzhanf auch Industriehanf genannt umfasst alle Sorten des Hanfs, die zur kommerziellen Nutzung angebaut werden dürfen.
Nutzhanf wird vor allem zur Gewinnung von Hanffasern angebaut.

1.2 Wofür wird Nutzhanf verwendet?

2. Voraussetzungen

2.1 Sorten die Angebaut werden dürfen

Es dürfen nur Hanfsorten angebaut werden, welche einen sehr geringen THC-Gehalt von weniger als 0,2 Prozent haben.
Über die BLE kann ein Sortenkatalog bezogen werden, in dem alle in der EU zum Anbau zugelassenen Sorten zu finden sind - das sind derzeit über 70 Sorten.
Spezielles Öko-Saatgut gibt es nicht.
Das heißt Öko-Landwirtinnen und -Landwirte müssen auf konventionelle Sorten zurückgreifen und dies ausführlich für die Betriebskontrolle dokumentieren.
Für den landwirtschaftlichen Anbau zugelassen ist nur zertifiziertes Saatgut.
Zum Nachweis über die Verwendung solchen Saatguts müssen sämtliche Saatgut-Etiketten (Zertifikate) gesammelt und den zuständigen Landesbehörden bei Inanspruchnahme der Basisprämie vorgelegt werden.
Der Nachbau ist verboten.
Der Anbau von Nutzhanf muss der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung angezeigt werden.

3. Anbau

3.1 Standort

Für ertragreichen Nutzhanfanbau eignen sich vor allem tiefgründige, humose und nährstoffreiche Böden mit geregelter Wasserführung.
Staunässe, saure und verdichtete oder extrem leichte (sandige) Böden beeinträchtigen vor allem die Jugendentwicklung der Pflanzen.
Steile Hanglagen und Höhenlagen von mehr als 400 m über Normalnull sind zu vermeiden.
Der bereits bei 1 bis 3 Grad keimende Hanf ist gegenüber kalten Temperaturen relativ unempfindlich und übersteht Frost bis −5 Grad.
Für sein Wachstum benötigt er jedoch viel Wärme, in Deutschland kommen daher nur die früheren Sorten zur Abreife.
Der Wasserbedarf liegt zwischen 300 bis 500 l/kg Trockenmasse, zum Vergleich liegt der Wasserbedarf von Baumwolle bei ca. 10.000 l/kg Trockenmasse.
Die bis zu 3 Meter in den Boden wachsenden Wurzeln können jedoch auch Wasservorräte aus tieferen Bodenschichten nutzen.

3.2 Fruchtfolge

In der Fruchtfolge wirkt Hanf positiv auf die anschließend angebauten Kulturen (Nachfrüchte) und er wird in der Regel vor Wintergetreide angebaut.
Vorteilhaft sind die hohe Unkrautunterdrückung, die Bodenlockerung durch das große Wurzelsystem und die positive Wirkung auf die Bodengare.
Da Hanf sehr selbstverträglich ist, kann er auch mehrere Jahre hintereinander auf der gleichen Fläche angebaut werden (Monokultur).

3.3 Wann kann gesät werden

Je nach Region und Verwertungsform (Samen oder Faser) variieren die Aussaatzeiten und -mengen.
Das Forschungsinstitut für Biologischen Landbau (FiBL) empfiehlt für Faserhanf eine Saat zwischen Mitte März und Mitte April.
Samenhanf sollte zwischen Ende April und Anfang Mai gesät werden, wenn die Bodentemperaturen über acht Grad Celsius liegen.
Gesät wird mit einer üblichen Drillmaschine.
Die Saattiefe sollte bei schweren Böden drei bis vier Zentimeter betragen, bei leichten Böden etwa sechs Zentimeter.
Zur Fasergewinnung braucht es ein rasches Längenwachstum ohne Verzweigung.
Faserhanf wird daher in Reihenabständen von 15 bis 17 Zentimeter und mit einer Saatmenge von 55 bis 70 Kilogramm pro Hektar gesät.
Wird Hanf primär für die Samengewinnung angebaut, sollte weniger dicht gesät werden, damit die Pflanzen breiter werden, reich blühen und viele Samen bilden: hier bieten sich Reihenabstände zwischen 30 und 40 Zentimetern und eine Saatmenge von 12 bis 25 Kilogramm pro Hektar an.

3.4 Pflegemaßnahmen

Organische Dünger wie Gülle kann Nutzhanf gut verwerten.
Weder Unkrautbekämpfung noch Pflanzenschutzmaßnahmen sind notwendig.

3.5 Schädlinge und Krankheiten bei Nutzhanf

4. Ernte

4.1 Wann wird geerntet?

4.2 Wie wird geerntet?

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